INSTITUT FIR PSYCHOLOGESCH 

GESONDHEETSFÖRDERUNG/BERTRANGE

Prof. Dr. PRITZ

            20 Jahre LGIPA 1988-2008:

Zum Festvortrag von Prof. Dr. PRITZ am 25. April 2008 in Bartringen

 

Dr. Lucien Nicolay

   

Einführungsrede des LGIPA-Präsidenten Dr. Lucien Nicolay

 

Vor 20 Jahren, am 20. April 1988 wurde die LGIPA in Luxemburg als a.s.b.l. eingetragen. Die klassische Individualpsychologie kann in Abhebung zu Freuds Psychoanalyse umschrieben werden als ganzheitliche sozio-teleologische Tiefenpsychologie. Trotz intra- und interpersoneller Spannungen oder Konflikte realisiert jeder Mensch als zielstrebige Einheit im sozialen System seinen persönlichen Lebensstil, dessen Psychodynamik ihm jedoch nicht bewusst ist. Dieser Lebensstil, der sich in kreativer Auseinandersetzung mit Umfeld und Veranlagung herausgebildet hat, kann sich früher oder später als dysfunktional erweisen, also der Person selbst oder anderen Menschen schaden oder bei sich und anderen zu Leidenszuständen führen, so dass seine ungünstigen Motivational-intentionale Schemata, Erlebens- und Verhaltensschemata mit psychotherapeutischer Hilfe korrigiert werden müssen.      

 

Die LGIP nom Alfred ADLER ist aber keineswegs eine fundamentalistische Gesellschaft oder ein Kreis verschworener Adler-Anhänger. Genauso wenig wie Adler ein Religionsgründer war, so wenig ist auch seine Individualpsychologie ein Glaubenssystem. Adler selbst hat immer wieder betont, dass die Wahrheit nicht von dieser Welt sei, dass es aber durchaus sinnvolle und nützliche Axiome oder Fiktionen gibt. Sein humanistisches Menschenbild geht von der Gleichwertigkeit – obwohl nicht Gleichfähigkeit - aller Menschen (sozialpolitisch: Demokratie) aus sowie dem bei jedem Menschen angelegten Gemeinschaftsgefühl sub specie aeternitatis (nachhaltige emotionale Intelligenz, nachhaltiges soziales Interesse; sozialpolitisch: Solidarität), das diese dazu bewegt ihren Beitrag zum Ganzen zu leisten und dafür auch Anerkennung zu erwarten und im Idealfall auch zu erhalten.

 

Da viele adlerianische Ideen und Konzepte von der akademischen Psychologie bestätigt und von anderen psychotherapeutischen Schulen übernommen wurden, wird Adler von uns gerne als Vater der modernen oder wissenschaftlichen Psychotherapie angesehen. Freud wäre dann eben der Großvater, der von Adler als Erstem fachlich kritisiert wurde! Die Weiterentwicklung der IP geschah nach dem zweiten Weltkrieg in zwei Richtungen, die heute wieder weitestgehend integriert sind, eine sozio-teleologisch-verhaltenstherapeutische und eine psychodynamisch-psychoanalytische. Mosak und Maniacci sprechen deshalb 1999 von der Analytic-Behavioral-Cognitive Psychology of Alfred Adler. Die LGIPA-Ausbildungsgänge tragen beiden Schwerpunkten der weiterentwickelten IP Rechnung.

 

Neben den störungsübergreifenden Theorien und Methoden der wichtigsten Therapieschulen werden zudem störungsspezifische Verfahren gelehrt und erlernt, die vor allem aus modernen analytischen oder verhaltenstherapeutischen Schulen stammen. Auf dieser Basis können in der Praxis differenzielle Interventionen geplant werden. Individuelle Fallkonzeptionen erlauben heute das Denken in Wirkfaktoren oder psychotherapeutischen Prinzipien und eine methodische  Integration auf mittlerer Ebene. Es reicht nicht mehr, sich nur eine Methode anzueignen und die dann auf jeden Patienten, mit egal welcher Persönlichkeit, Störung oder Störungskombination, anzuwenden. Es reicht nicht, wenn ein Psychotherapeut über die gesamte Therapie nur ein Prinzip appliziert ohne dessen Wirksamkeit zu überprüfen und gegebenenfalls die Methode anzupassen oder zu wechseln. Ebenso uneffizient wäre es aber auch, wenn ein Therapeut für den jeweiligen Patienten in jeder Sitzung einen anderen Therapietechnikenmix anbieten würde. 

 

Professionelle Psychotherapie stützt sich heute auf empirisch fundierte Konzepte, eine solide kontrollierte Ausbildung, die Anwendung von Methoden mit nachgewiesener Wirksamkeit und eine laufende Qualitätssicherung. Rund 65% der Patienten zeigen dann einen deutlichen Erfolg und 50% liegen nach der Psychotherapie im psychopathologisch unauffälligen Bereich. Psychotherapie zeigt viermal bessere Remissionsraten als Spontanremission und zweimal bessere als Placebo. 40% der Ergebnisvarianz von Psychotherapie kann anhand von Patientenmerkmalen geklärt werden, deren Auswirkungen wiederum stark von der Verfügbarkeit eines geeigneten Vorgehens und des Sich-Einstellens des Therapeuten abhängen. Die Qualität der therapeutischen Beziehung erlaubt die robusteste Vorhersage des Therapieerfolgs! (Quelle: Caspar, Herpertz, Mundt; 2008).

 

Mit Einzel- oder Gruppen-Psychotherapie werden heute aber nicht nur psychische Störungen behandelt, sondern auch die psychischen Folgen von somatischen, besonders chronischen Krankheiten sowie Schmerzen. Erwähnen muss man auch, dass psychische Störungen nicht nur psychotherapeutisch behandelt werden, sondern auch medikamentös vom  Arzt.

 

Der heutige Abend ist aber exklusiv der Psychotherapie gewidmet. Gleich wird Prof. Dr. Pritz, der mit Vornamen ebenfalls Alfred - wie der alte Adler – heißt, aber Gründungsmitglied und Rektor der Sigmund Freud-Privatuniversität in Wien ist, uns in die Zukunft der Psychotherapie in einer globalisierten Welt führen.

 

Er hat wie kein anderer den Überblick, denn er ist sowohl Generalsekretär des Europäischen Verbands für Psychotherapie, dem die LGIPA angehört, als auch Präsident des Weltrats für Psychotherapie. Die europäischen und mondialen Zertifikate tragen seine Unterschrift. Dr. Pritz arbeitet nicht nur als Universitätsprofessor (SFU) und Lehranalytiker, sondern er war bis vor drei Jahren noch als Psychotherapeut am Ambulatorium für Psychotherapie der Wiener Gebietskrankenkasse tätig und das seit 1977! Heute leitet er das Ambulatorium der SFU, das,  wie das IPG der LGIPA, zugleich Praxis-, Ausbildungs- und Forschungsstelle ist. Seine Psychotherapieausbildungen hat er in Österreich und den USA absolviert. Seit 1978 hat er Lehr- und Forschungsaufträge in Österreich und im Ausland, - darunter auch rezente Eu-Projekte; seit 1993 entwickelt und leitet er Ausbildungsprojekte oder organisiert Weltkongresse für Psychotherapie. Ab 1985 arbeitet er als nationaler und internationaler Experte in Sachen Psychotherapie, Ausbildungs- und Zertifizierungsstandards. Das bereits 1990 gestimmte österreichische Psychotherapiegesetz trägt seine Handschrift. Von den zahlreichen Veröffentlichungen und Studien seit 1984 sei auf die rezenteren verwiesen, die der Referent des heutigen Abends ab 2000 herausgegeben oder mitherausgegeben hat: Wörterbuch der Psychotherapie, (Springer), Mediation in Österreich (Orac), Gruppenpsychoanalyse (Facultas), Globalized Psychotherapy (Facultas), Das psychotherapeutische Gutachten (Orac Lexis Nexis), Persönlichkeitslexikon der Psychotherapie (Springer) und, ganz rezent und absolut lesenswert: Einhundert Meisterwerke der Psychotherapie (Springer)!   

 

Dr. Lucien NICOLAY

Präsident der LGIPA a.s.b.l.

 

Institut fir Psychologesch Gesondheetsfërderong; www.ipg.lu / www.lgipa.lu

IPG-ber: ipg@pt.lu ;

5, Beim Schlass

L-8058 Bartreng

Tel. 26119521

Fax 26119522

IPG-ett : ipgett@pt.lu ;

36, rue de l’Ecole Agricole

L-9016 Ettelbréck

Tel. 26811932

 

 

Pressetext zum

VORTRAG von Prof. Dr. Alfred PRITZ

(Rektor der SFU-Wien; Präsident WCP; Generalsekretär EAP)

 

Die Zukunft der Psychotherapie in einer globalisierten Welt

 

unter der Schirmherrschaft von Herrn Mars Di Bartolomeo, Gesundheitsminister.

 

Krankheitswertige psychische Störungen betreffen bis zu einem ein Fünftel der Bevölkerung in allen Altersgruppen (Prävalenz), aber nur bis zu einem Drittel der Störungen wird adäquat medizinisch oder psychotherapeutisch behandelt. Erkannt werden sie zudem immer noch viel zu spät; die Störungen riskieren chronisch zu werden. Neben dem Leiden der Betroffenen und ihrer Angehörigen leidet aber auch die Arbeitsproduktivität in Europa darunter. Der  gesundheitsökonomische Aspekt seelischer und seelisch mitbedingter Störungen oder Krankheiten wird in den letzten Jahren immer deutlicher.

 

Psychisch leidende Menschen sind aber im Vergleich zu nachweislich körperlich kranken Menschen vielfach benachteiligt, nicht nur durch gesellschaftliche Vorurteile, sondern ebenfalls durch nicht angemessene Behandlungen oder institutionelle Maßnahmen. Diese Benachteiligung könnte durch einen niederschwelligen Zugang aller Sozialversicherten zu qualifizierten (!) psychotherapeutischen Behandlungs-angeboten zumindest teilweise aufgehoben werden. Erst wenn eine frühzeitige Inanspruchnahme psychotherapeutischer Hilfen sichergestellt ist, ergibt sich eine realistische Aussicht, dass die beklagte gesellschaftliche Krankheitskostenlast von psychischen Störungen durch die Reduktions-potenziale der Psychotherapie positiv beeinflusst werden kann. Die Wirksamkeit moderner psychotherapeutischer Verfahren ist in den letzten zehn-zwölf Jahren in methodisch gut kontrollierten Studien – auch im Vergleich zur Behandlung mit Psychopharmaka - dokumentiert worden.

 

Im Einklang mit den Zielen der Weltgesundheitsorganisation sowie mit dem im Rahmen der Europäischen Union geltenden und im Europäischen Wirtschaftsraum intendierten Nicht-diskriminierungsangebot und dem Grundsatz der Freizügigkeit für Personen und Dienstleistungen wurde in der Straßburger Deklaration vom 21. Oktober 1990 festgehalten, dass die Psychotherapie eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin ist – auf der Basis der Humanwissenschaften - , deren Ausübung einen selbstständigen und freien Beruf darstellt; 

  • dass die psychotherapeutische Ausbildung auf einem hohen, qualifizierten und wissenschaftlichen Niveau (theoretisch und klinisch) erfolgt;
  • dass die Vielfalt der psychotherapeutischen Verfahren gewährleistet ist;
  • dass eine vollständige therapeutische Ausbildung, die Theorie, die Selbsterfahrung und die Praxis unter Supervision umfasst, aber ebenfalls ausgedehnte Kenntnisse über andere psychotherapeutische Verfahren als das vertieft erlernte Hauptverfahren;
  • dass der Zugang zur Ausbildung über verschiedene Vorbildungen, insbesondere der Human- und Sozialwissenschaften erfolgt.

 

In Deutschland lässt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) über ein Forschungsgutachten klären, ob und inwieweit die bisherige deutsche Ausbildungsregelung für Psychotherapeuten resp. Kinder- und Jugend-psychotherapeuten nach dem Bologna-Prozess (Bachelor-Master-Doctor-System) verändert werden muss. Eine zukunftsgerechte Ausbildung könnte sich dem System, wie es an der Sigmund-Freud-Universität (Wien), die mittlerweile auch eine Filiale in Paris (SFU-Paris) hat, praktiziert wird (grundständige Erstausbildung in Psychotherapie), annähern. EVP (Europäische Vereinigung für Psychotherapie) und WCP (Weltrat für Psychotherapie) empfehlen eine Spezialisierung ab dem Bachelor-Zertifikat in Human-/Erziehungs- oder Sozialwissenschaften. Das BMG erwartet eine Antwort auf die Frage, ob zukünftig einer Erstausbildung zum Psychotherapeuten unter Integration der erforderlichen psychologischen und pädagogischen Kompetenzen anstelle der bisherigen postgradualen Ausbildung der Vorzug zu geben wäre. (Dies wäre dann mit den Ausbildungen in anderen akademischen Heilberufen vergleichbar.) Die Vorreiterrolle der Sigmund Freud Universität trägt hier schon ihre Früchte! Weiterhin sollen Aussagen dazu gemacht werden, ob eine Erweiterung der Kompetenzen von Psychotherapeuten z.B. zur Verschreibung von Arzneimitteln, bei entsprechendem Kenntniserwerb sinnvoll sein könnte. Ob das im Sinne der Psychotherapeuten und ihres Selbstverständnisses sein wird, bleibt mal dahingestellt.

 

Der Europäische Verband für Psychotherapie (EAP/EVP), dem auch die LGIPA a.s.b.l. angehört, setzt sich wie die 1988 als A.s.b.l. eingetragene LGIPA (Lëtzebuerger Gesellschaft fir Individualpsychologie nom Alfred Adler) zum Nutzen der Bevölkerung für die Linderung von unfreiwilligem emotionalen Leiden, für die Verhinderung von seelischen Störungen und Krankheiten sowie für die Verbesserung von Lebensqualität und Wohlbefinden ein. Das erfolgreiche Anstreben dieser Ziele seitens der LGIPA wurde auch vom Luxemburger Gesundheitsminister in der Festbroschüre zum zwanzigjährigen Bestehen der LGIPA  gewürdigt. Die „Glück und Gesundheit“-Woche im Oktober 2007 in Bartringen zeugten ebenfalls von diesem Bestreben im Dienste der Allgemeinheit.

 

Zusammen mit dem EVP strebt die LGIPA ebenfalls danach, die Entwicklung und Regelung der Psychotherapeutischen Standards in der EU und darüber hinaus zu beeinflussen und Information und Dokumentation für politische Organisationen und Ministerien zugänglich zu machen. Durch verschiedene Maßnahmen (Ausbildungsprojekte, Informationskampagnen, Dozentenaustausch, praxisorientierte Forschung, …) wird ein hohes Niveau in Ethik, Ausbildung und Weiterbildung zum Nutzen der Allgemeinheit gefördert; dieses Qualifikationsniveau wird auch durch das Europäische resp. das Weltzertifikat für Psychotherapie dokumentiert. Durch den Europäischen Verband ist die LGIPA auch dem Weltrat für Psychotherapie angeschlossen; dieser hatte - bis 2003 - den Konsultationsstatus bei der UNO wie die EVP beim Europarat. Seit 2004 hat der WCP den Status der Vollmitgliedschaft im Wirtschafts- und Sozialrat der UNO inne.

 

Im Jahr 2002, anlässlich des 3. Weltkongresses für Psychotherapie, hat der Weltrat für Psychotherapie, auf Vorschlag der „Fédération Française de Psychothérapie“ eine Charta zugunsten der Inanspruchnehmer von Psychotherapie angenommen; die 7 Punkte betreffen (1) Das Recht zu Würde und Respekt, (2) Das Recht der freien Auswahl von Therapeut und Methode, (3) Das Recht zur Information (Qualifikation, Methode, Diagnose) (4) Die Therapiebedingungen, (5) Das Recht auf Verschwiegenheit (Schweigepflicht), (6) Die ethische Verpflichtung des Psychotherapeuten,  (7) Die Beschwerdenprozedur. Diese Charta sollte weltweit verbreitet werden und Anwendung finden. (s. http://www.ff2p.fr ). Die ethischen Richtlinien der LGIPA findet man auf „ www.lgipa.lu “.

 

Auch wenn die EVP- und WCP-Kriterien für die psychotherapeutische Ausbildung und die Psychotherapieanwendung weltweit durchgesetzt werden sollen, darf das - zum  Wohle der Inanspruchnehmer -  weder naiv und kritiklos noch besserwisserisch und rücksichtslos geschehen. Westliche Standards sind nicht immer das Maß aller Dinge: So wie es auch in manchen Kulturen auf den verschiedenen Kontinenten besondere kulturspezifische seelische Pathologien gibt, so gibt es auch für diese Störungen traditionelle – und wirksame ! – Heilmethoden.

 

Die Psychotherapeuten verfallen nicht der Illusion, dass man Glück und Gesundheit ausschließlich mit psychotherapeutischen Methoden erzielen kann;  ebenso wenig kann Psychotherapie als die ultimative Lösung für alle gesellschaftlichen und mondialen Probleme angesehen werden. Unheimlich inspirierend sind die Theorien und Methoden bedeutender Psychotherapeuten allemal; dies wird besonders deutlich, wenn man sich auf die neueste Veröffentlichung, einen Literaturführer, von Prof. Pritz einlässt: Einhundert Meisterwerke der Psychotherapie. Um Möglichkeiten, Chancen und Grenzen von Psychotherapie in einer globalisierten Welt, quasi hundert Jahre nach den Anfängen in Europa (Frankreich und Oestrerreich), geht es im öffentlichen Vortrag von Prof. Pritz, der sicher nicht nur Fachleuten aus dem Gesundheitsbereich und Politikern fundierte Einblicke und nachhaltige Orientierungen bieten kann. Die Anwesenheit von Prof. Pritz bietet auch Politikern und Journalisten die Möglichkeit, sich durch einen hochkarätigen Experten auf dem Gebiet der Psychotherapie kundig zu machen!

 

Weiterführende Literatur:

  • FFdP (2005).  Pourquoi la psychothérapie? Fondements, méthodes, applications.  Paris: Dunod.
  • FF2P (2006). Être psychothérapeute. Questions, pratiques, enjeux. Paris: Dunod.
  • Herpertz, Caspar, Mundt (Hrsg.)(2008). Störungsorientierte Psychotherapie. München: Urban & Fischer.
  • LGIPA (Hrsg.)(2004). Psychologische Psychotherapie in Luxemburg. IP-FORUM spezial (48 Seiten).
  • LGIPA (2006). Gruppentherapie, Gruppenanalyse, Gruppensupervision. Spezialheft IP-FORUM (84 Seiten)
  • LGIPA (Hrsg. )(2007). Festbroschüre: LGIPA 1988-2008 (56 Seiten)
  • LGIPA (2008). Psychologische Wege zu Glück und Gesundheit. Jahrbuch IP-FORUM (120 Seiten).
  • Pritz,  A. (2008). Einhundert Meisterwerke der Psychotherapie. Ein Literaturführer. Wien: Springer.
  • Sonneck, G. (Hrsg.)(1996). Einführung in die Psychotherapie.Wien: Facultas Univ.verlag.
  • Strauß, Hohagen, Caspar (Hrsg.)(2007). Lehrbuch der Psychotherapie (in 2 Bänden). Göttingen: Hogrefe.
  • Stumm & Pritz (Hrsg.) (2000). Wörterbuch der Psychotherapie. Wien: Springer.
  • Stumm & Pritz (2005). Personenlexikon der Psychotherapie. Wien: Springer.

 

WEB-sites:

 

www.lgipa.lu & www.ipg.lu sowie www.europsyche.org & www.worldpsyche.org

 

Curriculum vitae von Prof. Dr. Pritz: www.sfu.ac.at.  (Universitätskollegium, Rektorat)

 

 

KONTAKT: Dr. Lucien NICOLAY, Präsident der LGIPA a.s.b.l.

 

Abstract des Vortrags von Prof. Dr.  PRITZ

 

Festrede anlässlich des zwanzigjährigen Geburtstages der Lëtzebuerger Gesellschaft für Individualpsychologie in Luxemburg am 25. April 2008

 

 

1. Der Bedarf nach Psychotherapie

In einer immer komplexer werdenden Weltordnung gibt es zunehmend Bedarf an psychotherapeutischer Hilfestellung. Die WHO schätzt, dass 500 Millionen Menschen psychischer Unterstützung bedürfen, aber lediglich die Hälfte davon auch diese erhält.

Depressionen und Ängste werden zu Leitkrankheiten des 21. Jahrhunderts, die Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen ist im Zunehmen. Epidemiologische Untersuchungen haben einen Psychotherapiebedarf von 5 Prozent der jeweiligen Bevölkerung festgestellt.

 

2.Die transkulturelle Frage

Die Menschheit ist in Bewegung und organisiert Wanderungsströme in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Dies führt nicht nur zu Migrationstraumata sondern auch zur Frage, welche Bedeutung das Fremde in der psychotherapeutischen Praxis spielt. Moderne Psychotherapeuten brauchen Kenntnisse verschiedener Kulturen, um adäquat auf ihre Klienten eingehen zu können.

 

3.Die Methodenfrage

Wir können 7 Hauptgruppen in der Psychotherapie unterscheiden:

- Psychoanalytische Methoden

- Behaviorale Methoden

- Systemische Methoden

- Humanistische Methoden

- Hypnotische Methoden

- Entspannungsmethoden

- Integrative Methoden

 

Zunehmend gehen die Methodenvertreter aufeinander zu und lernen voneinander. Wir bewegen uns also in Richtung Methodenintegration.

 

4.Forschungsergebnisse

Um die Patienten bestmöglich zu behandeln, bedarf es der wissenschaftlichen Prüfung der Angebote. Hier gibt es einen großen Nachholbedarf, weniger in der „reinen Forschung“ selbst als in der praktischen Ausübung der Psychotherapie.

 

5. Psychotherapie  als Beruf

Es ist notwendig, dass die Öffentlichkeit und die Patienten über die Güte des psychotherapeutischen Angebots Bescheid wissen. Dafür bedarf es Regelungen zur Berufsausübung als auch zur Ausbildung von Psychotherapeuten. In 8 Ländern in der Europäischen Union gibt es bereits solche Regelungen.

 

6.Neue Wege

Die Humangenetik stellt uns vor neue Aufgaben: die Beratung im Umgang damit ist eines der wichtigen Zukunftsfelder der Psychotherapie. Aber auch die Beratung von Entscheidungsträgern für das soziale Wohl ist eine der großen künftigen Herausforderungen.

 

 

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